Fermentierte
Sauermolke – Tradition trifft moderne Wissenschaft
Was macht
fermentierte Sauermolke so besonders?
Fermentierte Sauermolke wird seit Jahrhunderten geschätzt. Bereits im 18. Jahrhundert berichteten Ärzte über ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Heute erlebt sie im Zuge der modernen Mikrobiom- und Postbiotikaforschung eine wissenschaftliche Neubewertung.¹
Während früher vor allem lebende Milchsäurebakterien im Mittelpunkt standen, richtet sich das Interesse der Forschung heute zunehmend auf deren Stoffwechselprodukte – die sogenannten Postbiotika. Fermentierte Sauermolke enthält eine Vielzahl dieser natürlichen Fermentationsbestandteile und verbindet traditionelles Wissen mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.²
Was geschieht bei der Fermentation?
Bei der Fermentation wird Milchzucker (Lactose) durch Milchsäurebakterien in L(+)-Milchsäure und weitere natürliche Stoffwechselprodukte umgewandelt.³
Dabei entstehen unter anderem:
· L(+)-Milchsäure
· organische Säuren
· bioaktive Peptide
· Mineralstoffe
· Spurenelemente
· weitere natürliche Fermentationsmetabolite
Diese Stoffe bilden zusammen eine komplexe natürliche Matrix, deren biologische Eigenschaften heute intensiv wissenschaftlich untersucht werden.² ³
L(+)-Milchsäure – mehr als nur Milchsäure
L(+)-Milchsäure ist ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Stoffwechsels. Sie entsteht täglich im Organismus – beispielsweise in der Muskulatur, im Darm und auf der Haut.⁴
Aktuelle Forschungen zeigen, dass Lactat weit mehr ist als ein Stoffwechselprodukt. Es dient unter anderem als:
· Energieträger
· Signalmolekül
· Bestandteil mikrobieller Stoffwechselnetzwerke
Die Entdeckung der sogenannten Histon-Lactylierung hat das wissenschaftliche Verständnis von Lactat grundlegend erweitert und neue Forschungsfelder eröffnet.⁵
Was sind Postbiotika?
Postbiotika sind Stoffwechselprodukte und Bestandteile von Mikroorganismen, die während der Fermentation entstehen.
Nach der Definition der International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) handelt es sich um Präparationen aus inaktivierten Mikroorganismen und/oder deren Bestandteilen, die einen gesundheitlichen Nutzen vermitteln können.²
Zu den typischen Bestandteilen zählen:
· Milchsäure
· bakterielle Stoffwechselprodukte
· bioaktive Peptide
· Zellbestandteile
· organische Säuren
Fermentierte Sauermolke enthält zahlreiche dieser natürlichen Fermentationsprodukte.² ⁶
Das Darmmikrobiom – ein faszinierendes Ökosystem
Im menschlichen Darm leben Billionen Mikroorganismen. Gemeinsam bilden sie das sogenannte Darmmikrobiom.⁷
Es unterstützt zahlreiche natürliche Körperfunktionen, darunter:
· Verdauung
· Bildung bestimmter Vitamine
· Stoffwechselprozesse
· die Funktion der Darmbarriere
· die Produktion kurzkettiger Fettsäuren
Innerhalb dieses Ökosystems arbeiten verschiedene Mikroorganismen eng zusammen. Dabei entstehen aus Fermentationsprodukten wie Lactat weitere biologisch aktive Stoffwechselprodukte.⁸
Die Darmbarriere – Schutz für den Körper
Die Darmbarriere besteht aus einer Schleimschicht, den Darmepithelzellen, sogenannten Tight Junctions, dem darmassoziierten Immunsystem sowie dem Darmmikrobiom.⁹
Gemeinsam regulieren diese Strukturen die Aufnahme von Nährstoffen und bilden eine natürliche Schutzfunktion gegenüber unerwünschten Einflüssen aus dem Darminhalt.
Tradition und moderne Forschung
Die moderne Forschung untersucht intensiv, welchen Beitrag Ernährung und mikrobielle Stoffwechselprodukte zur Aufrechterhaltung einer gesunden Darmfunktion leisten können.⁹ ¹⁰
Milchsäure kommt natürlicherweise auf verschiedenen Schleimhäuten des Körpers vor.
Dazu gehören unter anderem:
· Darm
· Mundhöhle
· Haut
· Intimbereich
Sie trägt dort zu einem physiologischen sauren Milieu bei, das Bestandteil der natürlichen Barrierefunktion ist.¹¹
Fermentierte Sauermolke und Schleimhäute
Fermentierte Sauermolke verbindet über 100 Jahre Erfahrung mit aktuellen Erkenntnissen aus der Mikrobiom- und Postbiotikaforschung.
Heute interessieren sich Wissenschaftler weltweit für die komplexen Wechselwirkungen zwischen Fermentationsprodukten, Mikrobiom und Stoffwechsel. Obwohl viele Zusammenhänge bereits gut untersucht sind, entwickelt sich dieses Forschungsgebiet kontinuierlich weiter.² ³ ⁴
Molkur® – Fermentation mit Tradition
Seit vielen Jahrzehnten setzt Molkur® auf die besondere Qualität fermentierter Sauermolke.
Die sorgfältige Herstellung bewahrt die charakteristischen Bestandteile der Fermentation und knüpft an eine lange Tradition natürlicher Sauermolkenprodukte an.
Unser Anspruch ist es, traditionelle Erfahrung mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verbinden und hochwertige Produkte auf Basis fermentierter Sauermolke anzubieten.
1. Metchnikoff E. The Prolongation of Life: Optimistic Studies. London: William Heinemann; 1907.
2. Salminen S, Collado MC, Endo A, et al. The International Scientific Association of Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of postbiotics. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2021;18:649–667.
3. Marco ML, Heeney D, Binda S, et al. Health benefits of fermented foods: microbiota and beyond. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2022;19:261–275.
4. Brooks GA. The science and translation of the lactate shuttle theory. Cell Metab. 2018;27:757–785.
5. Zhang D, Tang Z, Huang H, et al. Metabolic regulation of gene expression by histone lactylation. Nature. 2019;574:575–580.
6. Aguilar-Toalá JE, Garcia-Varela R, Garcia HS, et al. Postbiotics: An evolving term within the functional foods field. Trends Food Sci Technol. 2018;75:105–114.
7. Valdes AM, Walter J, Segal E, Spector TD. Role of the gut microbiota in nutrition and health. BMJ. 2018;361:k2179.
8. Louis P, Flint HJ. Formation of propionate and butyrate by the human colonic microbiota. Environ Microbiol. 2017;19:29–41.
9. Turner JR. Intestinal mucosal barrier function in health and disease. Nat Rev Immunol. 2009;9:799–809.
10. Peterson LW, Artis D. Intestinal epithelial cells: regulators of barrier function and immune homeostasis. Nat Rev Immunol. 2014;14:141–153.
11. Rawlings AV, Harding CR. Moisturization and skin barrier function. Int J Cosmet Sci. 2004;26:347–364.
Hinweis: Dieser Beitrag informiert über fermentierte Sauermolke und den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung. Er beschreibt keine produktspezifischen Wirkungen und ersetzt keine medizinische Beratung.